„Wir bedauern, dass das Südend den Kritikern nachgegeben hat und appellieren an sie, die Entscheidung, ihre Traditionen teilweise aufzugeben wieder rückgängig zu machen“, erklärte der Vorsitzende des JU-Kreisverbandes Fulda, Julian Vogt, mit Hinblick auf die jüngsten Vorkommnisse rund um die Kritik an dem traditionellen Auftreten des Karnevalsvereins „Südend Fulda e. V.“

Allein von einer Verkleidung auf eine Verherrlichung oder eine Diffamierung zu schließen, verbiete sich grundsätzlich. Weder könne man davon ausgehen, dass als Ritter verkleidete die vielen Gräueltaten und Kriege im Mittelalter guthießen, noch dass Soldatenkostüme für eine Verherrlichung von Krieg im Allgemeinen stünden oder dass ein Nonnenkostüm ein Angriff auf kirchliche Traditionen darstelle.

„Der Karnevalsverein Südend ist ein traditionsreicher Verein und fester, unverzichtbarer Bestandteil der Fuldaer Foaset. Der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit auf Grund der klassischen Südend-Kostümierung entbehrt jeglicher Grundlage. Der Prinz von Fulda verkörpert keine absolute Monarchie, die Brunnenzeche nicht das starre Gesellschaftsbild des Biedermeier mit der Einschränkung der Meinungsfreiheit, der Gaalbernschaude setzt sich nicht für Schwachköpfe in Verantwortungspositionen ein, der Türkenbund versucht nicht das Osmanische Reich zu verherrlichen oder gar unsere türkischen bzw. türkischstämmigen Mitmenschen zu diskriminieren“, so Luca Pfeiffer, Stellvertretende Kreisvorsitzende und gleichzeitig Vorsitzende des JU Stadtverbandes Fulda. Das Gegenteil sei der Fall. Karnevalsvereine seien grundsätzlich Verfechter eines freiheitlichen und offenen Gesellschaftsbildes. Mit ihren vielfältigen Verkleidungen und Mottos verballhornten sie oftmals frühere oder heutige politische Systeme und Ereignisse und setzten sich hierbei oftmals gegen Diskriminierungen, Fremdenhass, extremistische Bestrebungen und andere Fehlentwicklungen ein. „Außenstehenden mag dies möglicherweise nicht auf den ersten Blick klar sein. Es ist aber zumindest gute wissenschaftliche Praxis, sich nur zu Themen zu äußern, die man wenigstens in Grundzügen versteht“, erklärt Roman Hosenfeld, Schriftführer des Kreisverbandes hierzu.

Durch derartige Anschuldigungen werde nicht für ein Mehr an Toleranz und Gemeinsamkeit gesorgt, sondern im Gegenteil ein Abwehrverhalten provoziert, dass eher das Gegenteil bei Teilen der Bevölkerung hervorrufen könne. Somit bliebe zu befürchten, dass das Vorgehen der Sozialwissenschaftler keinen Rassismus bekämpfe, sondern im Gegenteil Populisten am rechten Rand in die Hände spiele.

„Sollte sich darüber hinaus belegen lassen, dass die drei Urheber der Anschuldigungen tatsächlich als „Hochschulmitarbeiter“ gegenüber den Vereinsmitgliedern aufgetreten sind, sollte sich auch die Hochschulleitung deutlich mehr dafür interessieren, wer bei ihnen arbeitet. Allein der Schaden, der dem Ruf der Hochschule in der Öffentlichkeit durch diese Vorfälle entstanden ist, ist nicht unerheblich“, so Erik Schäckermann, Schatzmeister des JU-Verbandes.

„An der ganzen Debatte wird wieder einmal deutlich, in welchem Wohlstand wir leben, wenn drei Sozialwissenschaftler der Hochschule Fulda nichts besseres zu tun haben, als einen traditionsreichen Fastnachtsverein, der sich für die Gemeinschaft und den Erhalt der heimischen Kultur engagiert, als rassistisch darzustellen versucht und öffentlich gegen ihn vorgeht“, erklärte Benedikt Stock, Stellvertretender Kreisvorsitzender.

Abschließend hält Julian Vogt fest: „Für uns sagt eine Verkleidung zur Foaset nichts darüber aus, wie jemand zu anderen Menschen steht, sondern einzig sein Verhalten. Und an nichts anderem sollten wir unsere Mitmenschen messen. Wir wollen alle Menschen dazu aufrufen, sich in der Wahl ihrer Verkleidung nicht von Einzelnen einschränken zu lassen, sondern einzig und allein von ihrer eigenen Phantasie und ihrem guten Geschmack. Und darüber hinaus allen anderen Menschen offen, tolerant und gerne auch mit einem Augenzwinkern zu begegnen und ausgelassen zusammen zu feiern. Genau darum geht es bei den tollen Tagen.“

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